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Geschichte Niedergern

Im Mün­dungs­win­kel zwi­schen Inn und Salz­ach liegt der Nie­der­gern, eine Gegend mit lan­ger Tra­di­ti­on und rei­cher Geschichte.

Schon sehr früh mögen wegen der abge­schlos­se­nen und siche­ren Lage hier Men­schen gelebt haben. Sicher wis­sen wir, dass Hai­ming – ein ech­ter –ing-Ort – um 500 n. Chr. als Name für eine Ansied­lung von Men­schen erstan­den ist. Die Leu­te des Hai­mo“ sind damals neu zuge­zo­gen, so wie ein Puso in Pie­sing und ein Nidi­kelt in die Auen­land­schaft am Inn, wor­aus erst Nidi­kel­tesaua und dann Nie­der­gott­sau wurde.

Nach und nach ent­stan­den aus dem ers­ten baju­wa­ri­schen Sied­lungs­strei­fen die wei­te­ren Ort­schaf­ten, meist Ansied­lun­gen von weni­gen Höfen, wobei die Namen auf die beson­de­re Lage (Winkl-ham, Thal­weg, Berg) oder die fort­schrei­ten­de Wald­ro­dung (Eisching, Ober-loh, Stock­ach, Holz­hau­sen) hinweisen.

Durch umfang­rei­che Schen­kun­gen von Grund­be­sitz und gan­zen Höfen an das Hoch­stift Pas­sau wur­de der Bischof von Pas­sau schon um 790 Grund­herr auch der Kir­che von Hai­ming – von Anfang an gehör­te damit die Pfar­rei Hai­ming zum Bis­tum Passau.

1258 wird Hai­ming eine Hof­mark, also ein Gebiet mit eige­ner Ver­wal­tung und nie­de­rer Gerichts­bar­keit und nach Abtre­tun­gen kirch­li­chen Besit­zes an den baye­ri­schen Her­zog sind ab 1270 Adels­ge­schlech­ter die Besit­zer der zu Hai­ming, Pie­sing, Winklham, Thal­weg und Holz­hau­sen gehö­ren­den Höfe.

Aber nur Hai­ming und Pie­sing erhal­ten sich über 1600 hin­aus als ade­li­ge Herr­schafts­sit­ze; 1541 wird Pie­sing die Hof­marks­ge­rech­tig­keit ver­lie­hen.
Unter Maxi­mi­li­an Frei­herr von Ber­chem wer­den 1759 die bei­den Herr­schafts­sit­ze ver­eint; erst 1939 erfolgt durch Anton Frei­herr von Ow wie­der die Auf­tei­lung.
Das Barock­schloss von Pie­sing ist 1726 erbaut wor­den, das Schloss in Hai­ming im Jahr 1837 als Ersatz für das bau­fäl­lig gewor­de­ne Wasserschloss.

Eine wich­ti­ge geschicht­li­che Zäsur war das Edikt vom 17.05.1818, mit dem die Grün­dung poli­ti­scher Gemein­den mit eige­ner Ver­wal­tung ange­ord­net wur­de. Ent­spre­chend der alten Hof­marks­gren­zen ent­stan­den die Gemein­den Hai­ming und Piesing.

Als dann 1848 die grund­herr­schaft­li­chen Rech­te und damit der Zehent end­gül­tig auf­ge­ho­ben wur­den, war eine über 1100 Jah­re wäh­ren­de Über- und Unter­ord­nung zu Ende. Das Patri­mo­nal­ge­richt Hai­ming-Pie­sing wur­de auf­ge­löst, die Hof­mar­ken gab es nicht mehr; die Gemein­den Hai­ming und Pie­sing waren jetzt allein zustän­dig für Poli­tik und Ver­wal­tung im Nie­der­gern. Durch deren frei­wil­li­gen Zusam­men­schluss am 01.01.1969 ent­stand die heu­ti­ge Gemein­de Haiming.